Gedankengänge, Schöngeist
Schreibe einen Kommentar

Der grüne Daumen wird Hipster

Ist Dir in den letzten Monaten auch der zunehmende Pflanzen Hype aufgefallen? Egal, wo ich in den letzten Wochen unterwegs bin (online und offline) zieren auf einmal grüne Topfpflanzen Schaufenster und Blog Fotos. Ja, Greenery wurde von Pantone zur Trendfarbe 2017 gekürt, aber ich hatte da eher an mintfarbene Metallkörbe und Dekokissen gedacht. Aber irgendwie nimmt das (zumindest für mich) eine etwas unerwartete Wendung.

Nicht das ich Grünpflanzen nicht toll finde – aber wir haben ein sehr ambivalentes Verhältnis. Wie so vieles in meinem Leben haben Pflanzen und ich schon unterschiedliche Phasen zusammen durchlebt. Früher war ich ganz groß mit Kakteen, da durfte des öfteren der Ikea 3er Pack in den Einkaufswagen hüpfen, ja die gab es auch schon vor zehn Jahren. Die Vorgänger sind nicht zwangsläufig gestorben, nur haben sie größere Töpfe bezogen und in meinem jugendlichen Leichtsinn war ich der Meinung, dass sie an Niedlichkeit verloren haben (in Wirklichkeit haben sie nur an Stacheligkeit gewonnen und das fand ich gar nicht lustig beim 3monatigen Gießen).

Als ich fürs Studium ausgezogen bin und meine Nomaden-Zeit durchlebte, blieb nie viel Zeit für Pflanzen. Ständiges Umziehen ist nicht die beste Grundlage um sich grüne Mitbewohner zuzulegen. Als ich für meinen Master etwas länger Wurzeln geschlagen habe, habe ich mich an einem Elefantenfuß probiert, weil ich den super cool fand. Aus der Kakteen Phase war ich herausgewachsen. Auf Kakteen aufpassen kann schließlich jeder, ich wollte mich an einer richtigen Pflanze versuchen. Auf meinem Schreibtisch mit Südblick erging es meinem Elefantenfuß auch sehr lange sehr gut, bis ich nach Hamburg umgezogen bin. Da hat er sich noch drei Monate wacker geschlagen, aber das Seeklima war einfach nicht so sein Ding.

Seitdem mein Elefantenfuß von mir gegangen ist, hatte ich mich in Sachen Pflanzen doch eher zurück gehalten. Aus irgendeinem Grund hat sich ungewollt über die letzten Monate bei mir eine Armee aus Orchideen angesammelt, die auch nicht tot zu kriegen sind. Eigentlich sollen die doch so super pflegeintensiv sein – bei mir gedeihen sie eher wie Unkraut.

Langsam spiele ich jedoch mit dem Gedanken meine Wohnung auch mehr in eine grüne Oase zu verwandeln. Mein Wüstendaumen und die ungeliebte Nordausrichtung der Wohnung sind allerdings nicht die optimale Voraussetzung um mein Dachgeschoss in eine Urban Jungle Bilderbuch Oase zu verwandeln. Deshalb taste ich mich langsam heran mit den einfachen (unzerstörbaren Unkraut) Pflanzen.

Als mein Unternachbar nämlich vor einiger Zeit seine Monstera zum Sterben in den Treppenflur stellte, konnte ich nicht widerstehen ein paar Ableger abzuschneiden. Den beiden geht es bisher sehr gut, einer wartet noch auf einen festen Erdunterbau (zu lesen als: muss noch eingepflanzt werden), aber es wachsen immer wieder neue Blätter. Nur das stylische Blätter einreißen haben sie noch nicht so drauf – das kommt hoffentlich noch. Zu den beiden ist jetzt auch eine Pilea gezogen und eine niedliche Sukkulente. Es wird also langsam grüner in meiner Wohnung und bis jetzt verstehen wir uns noch alle sehr gut. Ich bin allerdings gespannt, wie sich die grünen Mitbewohner mit meiner Nordseite verstehen.

Und was sagst Du dazu? Hast Du den grünen Daumen oder bist Du eher wie ich ein Wüsten Nomade, wenn es um Pflanzen Betreuung geht? Siehst Du neuerdings genauso viel Grün wie ich oder bilde es mir nur ein? Und hast Du auch mehr Lust auf Grün in Deiner Wohnung?

Sag mir, was du denkst