Rezension / Meinung, Trink-Bar
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Blogmas 03 – Geschenkidee in Hamburg Tea Tasting bei den Tea Lovers

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Seitdem ich denken kann, war ich nie wirklich ein Kaffeemensch. Den Geruch finde ich nicht sonderlich ansprechend und den absoluten Kick im Morgen bringt er meiner Meinung nach auch nicht. Während meines Studiums hatte ich eine kurze Espresso Phase, aber das war einfach nie das Wahre für mich. Tee wiederum geht bei mir immer, egal welche Jahreszeit und welche Temperatur. Im Sommer versuche ich mich gerne an neuen Eistee Rezepturen und im Winter murmel ich mich gerne auf dem Sofa mit einem leckeren Marzipan-Apfel-Zimt-irgendwas-weihnachtliches Tee ein.

Als ich vor einigen Monaten den Tea Lovers in der Langen Reihe in Hamburg entdeckt habe, war ich sofort verliebt. Dort gibt es nicht nur tolle und hochwertige Teesorten, sondern auch eine Tee Bar mit den besten Eistees überhaupt. Neben den tollen Eistees gibt es für die kalte Jahreszeit auch warme LatTeas z.B. mit Chai. Während andere morgens bei Starbucks für ihren Kickstart in den Tag Schlange stehen, stöbere ich lieber entspannt bei Tea Lovers durch das geniale Tee Geruchsregal während ich auf meinen Eistee warte.

Neben ausgefallenen Tee Kreationen bietet Tea Lovers auch Tea Tastings an, bei dem man sich einmal quer durch das Sortiment probieren kann. Dabei gibt es zwei unterschiedliche Programme: 1. Eine Reise durch die Welt des Tees und 2. Grüne Tees & Matcha erobern die Welt. Bei Tee bin ich eher der Früchte-Tee-Trinker, deshalb habe ich mich für die Warmduscher Variante mit der kleinen Weltreise entscheiden. Vielleicht traue ich mich irgendwann mal an die Grünen Tees und Matchas ran (nicht, dafür bin ich nicht Hardcore genug). Eine Übersicht über alle Tea Tasting Termine findest Du auf der Facebook Seite von Tea Lovers.

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Das Tea Tasting findet abends in gemütlicher Stimmung statt, da der Laden extra geschlossen wird für das Event. Gestartet wurde mit einem bubbligen Tee Sekt, der mir sofort zu Kopf stieg, und einer Einführung über die Herkunft und Herstellung von klassischem Tee, bei der ich mich sofort an meine Zeit in China erinnert gefühlt habe. Dort hatte ich das Glück eine Tee Plantage besichtigen zu dürfen und mir den manuellen Trocknungsprozess in gusseisernen Schalen anzuschauen. Zum Grüntee-Trinker hat es mich trotzdem nicht gemacht.

Was ich allerdings nicht wusste, ist, das die unterschiedlichen Tee-Sorten (weiß, grün, schwarz) alle aus dem gleichen Tee gemacht werden. Dabei werden die Blätter unterschiedlich getrocknet, so dass die unterschiedlichen Geschmacksstärken entstehen. Insbesondere mochte ich den milden weißen Tee, vielleicht starte ich damit irgendwann mal als Einsteiger-Sorte. Ein kleines Probier-Päckchen mit einem besonders mildem milchigem Geschmack ist auf jeden Fall in meinem Beutel gelandet. Das tolle an dem Tea Tasting ist nämlich, dass es an dem Abend 20% auf das gesamte Sortiment gibt. Außerdem gibt es alle Sorten als kleine Probiergrößen, die ideal sind, wenn man sich nicht sicher ist oder einfach einmal alles probieren möchte.

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Beim Tea Tasting wird das offizielle Tee Verkostungsset genutzt (ja auch in der Welt des Tees ist alles genormt). Das Set gibt es in dieser Form schon seit Jahrzehnten und wurde früher schon verwendet um Kostproben zu gleichen Konditionen krosskontinental durchzuführen. Dabei wird der Tee in den Becher gegeben, mit 100° heißem Wasser übergossen und genau fünf Minuten ziehen gelassen. Danach wird der Becher in die Teeschale gestürzt, so dass durch die kleinen Zähnchen in der Tasse der Tee ablaufen kann. Beim Tasting haben wir allerdings kein 100° heißes Wasser verwendet, insbesondere bei schwarzem Tee ist das doch etwas sehr intensiv und nicht für jeden.

Wie beim Wein auch gibt es bei Tee eine professionelle Art zu verkosten. Dabei nimmt man einen Esslöffel des Tees und schlürft diesen lautstark schnell hinunter. Wer mag, kann noch einmal einen zweiten Löffel ohne schlürfen hinterher kosten. Während ich die offizielle Variante probiert habe, muss ich gestehen, dass ich kein großer Schlürfer bin. Schon in China fand ich es irgendwie komisch Suppe mit dem Löffelboot zu schlürfen, mit Tee geht es mir nicht anders. Daher bin ich bei der einfachen Löffel-Methode geblieben. Aber Tee schmeckt auch, wenn man ihn nicht schlürft.

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Neben den einfachen weißen, grünen und schwarzen Tees gab es noch einige ausgefallene Tee-Sorten. Mein persönliches Highlight war der Jasmin Tee, ich bin einfach wahnsinnig großer Jasmin Tee Fan. Eine Bekannte meinte einmal zu mir, Jasmin schmeckt so wie Seife riecht – aber ich mag es. Vielleicht hast Du schon mein Jasmin Eistee Rezept gesehen?  Das ist mein absolutes Must Have im Sommer, ich war so versessen auf den Eistee, dass ich immer noch Jasmin Tee Vorräte aus meinem letzten China Besuch in 2012 habe. Wahrscheinlich sollte ich irgendwann mal frischen Tee besorgen, aber bisher hat mir hier nichts so gut gefallen wie das Original aus China. Vielleicht wird es mal wieder Zeit für einen kleinen Abstecher auf die östliche Welthalbkugel.

Direkt nach dem Jasmin Tee Highlight folgte der Last Samurai Genmaicha. Früher wurde der Tee als arme Leute Getränk getrunken und enthält neben dem grünen Tee noch Vollkornpuffreis. Eine Legende besagt, dass der Tee von einem armen Arbeiter auf Reisen entdeckt wurde, als er sich gerade seinen Bratreis über dem Feuer grillte und etwas Reis in seinen Tee fiel. Genau so schmeckt der Tee auch, nach sehr gewöhnungsbedürftigem Bratreis. Absolut nicht mein Fall, aber auf jeden Fall einen Versuch wert – obwohl das der einzige Tee war, bei dem ich keinen zweiten Löffel probiert habe.

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Der krönende Abschluss des Abends war ein Matcha Tee, der Könige unter den Tees. Vor einigen Jahren habe ich kurzzeitig mit Matcha experimentiert und es ganz schnell wieder sein lassen. Mich erinnert der Geruch sehr an Fischsauce und geschmacklich geht es gefühlt in eine sehr algige Richtung. Vielleicht bin ich auch einfach nur Banause und weiß diesen König der Tees nicht zu schätzen. Die Zubereitung mit dem Besen sieht auf jeden Fall sehr beeindruckend aus, aber mehr als einen Löffel habe ich auch beim Matcha nicht testen können. Dann würde ich vielleicht doch eher beim Puffreis-Tee bleiben.

Der Abend war nichtsdestotrotz sehr genial. Unser Gastgeber hatte diverse tolle Anekdoten parat und hat mir Lust auf mehr gemacht. An dem Abend bin ich mit einer großen Ladung an Probier-Paketen nach Hause gegangen. Außer von meiner absoluten Lieblings-Sorte Coll’n’fresh, da musste die große Packung mit. Aus diesem Tee kann man einen ganz tollen Eistee machen, der sehr erfrischend und super lecker ist. Wenn Du gerade in Hamburg bist und etwas Zeit übrig hast, empfehle ich Dir unbedingt einen Abstecher zu den Tea Lovers zu machen. Neben den tollen Eistees bekommst Du auch immer eine Kostprobe des aktuellen Tees der Woche (auf den es 20% Rabatt gibt). Und wenn Du noch auf der Suche nach einem Geschenk für einen Deiner Hamburger Freunde bist, das Tea Tasting kann man auch als Gutscheine verschenken.

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Jetzt bist Du dran! Bist Du eher ein Kaffee oder Tee Trinker? Oder Beides? Und welche Teesorte ist Deine liebste? Hast Du schon einmal Eistee selber gemacht oder bist Du eher der Saftverfechter? Und kennst Du schon den Tea Lovers in der Langen Reihe oder willst jetzt zumindest einmal vorbeischauen? Lass es mich auf jeden Fall in den Kommentaren wissen!

Du möchtest gerne noch einmal später genau nachlesen, was Dich beim Tea Tasting erwartet oder den Tipp als Geschenkidee im Hinterkopf behalten? Kein Problem, nimm den Beitrag einfach mit zu Pinterest:

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2 Kommentare

  1. Schade dass Hamburg so weit weg ist, sonst würde ich da auch mal vorbeigehen. Ich liebe Tee nämlich auch, wir haben mittlerweile so viel daheim, das kann keiner mehr austrinken!

    • Lisa sagt

      Oh ja, das kenne ich – mein Tee Regal platzt aus allen Nähten, es gibt einfach zu viel guten Tee! Aber Hamburg ist wunderschön und immer eine Reise wert, vielleicht kommst Du doch irgendwann mal vorbei

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