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Blogmas 02 – Die etwas anderen Blogger Visitenkarten

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Eine Sache, auf die man bei Bloggern immer verlassen kann, ist, dass jeder, aber auch wirklich jeder, von ihnen eine Visitenkarte hat. Zumindest wenn sie schon einmal auf einem Event waren oder eine eigene Facebook Seite haben – oder eine von den anderen unzähligen Social Media Plattformen nutzen. Natürlich bin ich da keine Ausnahme. Vor meinem ersten Blogger Event mussten unbedingt Visitenkarten her, am besten gleich im Tausender Pack, damit ich damit meine komplette Küche tapezieren kann (was ich dann doch nicht gemacht habe, nur damit keine Gerüchte entstehen).

Meine ersten Visitenkarten habe ich von einer Freundin designen lassen, dabei hätte ich mich vorab vielleicht ein bisschen besser belesen sollen. Nachdem das komplette Design stand und ich schon alles in den Druck geben wollte, ist mir aufgefallen, dass die Blog URL gar nicht mit drauf steht. Klassischer Anfänger-Fehler, den ich zum Glück noch vor der Bestellung bemerkt habe. Danach bin ich wirklich jede Check Liste durchgegangen, die ich finden konnte, um eventuell andere wichtige Informationen nicht auch noch zu vergessen.

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Bei dem ganzen Erstellungsprozess ist mir nie wirklich in den Sinn gekommen, dass eine Visitenkarte eventuell noch ein kleines bisschen mehr sein sollte als ein einfaches Stück Papier. Natürlich habe ich mich den unterschiedlichen Papierfächern eingedeckt und schlaflose Nächte wegen abgerundeten oder nicht abgerundeten Ecken gehabt, gemischt mit den miesen Alpträumen, was wenn nicht alles rechtzeitig fertig wird?? Allerdings habe ich nie einen Gedanken daran verschwendet, ob meine Visitenkarten auch einzigartig und besonders genug sind.

Bis zu dem Workshop von Blogger@Work und Trusted Blogs in Bremen. Dort ging es natürlich auch um das Themen Visitenkarten und das man unbedingt eine haben sollte, schließlich kann jeder Blogger aus dem tollen DIY Täschchen eine hervor zaubern. In einem kleinen Nebensatz hat Jenni erzählt, dass sie sich für eine beschichtete Variante entschieden hat. Das ungewöhnliche Gefühl beim Halten der Karte hat ihr schon das eine oder andere Gesprächsthema geliefert und so blieb sie eher im Kopf der anderen hängen. In dem Moment dachte ich natürlich, wieso habe ich nicht an sowas gedacht bei der Auswahl meiner Visitenkarte? (Nächster Anfänger-Fehler, Check)

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Seit dem Workshop hatte ich so eine fixe Idee in meinem Hinterkopf, die erst einmal einige Wochen und Monate vor sich hinwuseln musste. Bis es ernst wurde und die nächste Blogger Veranstaltung mit der Blogst in Hamburg nahte. Als ich eines Abends an meinen ersten Weihnachtsgeschenk werkelte, kam die fixe Idee wieder hoch etwas ganz besonderes für meine Visitenkarten zu machen: selbstgemachte Mini Täschchen, die meine vier Haupt Themen im Blog repräsentieren sollen.

In einer Nacht- und Nebelaktion hatte ich beim Design der Karten beschlossen, dass ich engagierter Blogger in den Bereichen DIY, Food, Travel und meinem Lieblings-Nerd-Thema Tracking werden will. Einen wirklich ausgewogenen Mix dieser Themen habe ich nie wirklich hinbekommen, aber ich mag es nicht mich im Leben zu sehr festlegen zu müssen. Ich bin nicht der Typ, der jeden Sonntag einen neuen Kuchen zaubert. Da muss etwas Abwechslung her, ab und an ist es einfach auch mal nett sich die Finger and er Heißklebepistole zu verbrennen oder mit der Nähmaschine zu kämpfen, weil sich der Unterfaden hoffnungslos verdreht hat.

Von meiner Idee bis zur Konferenz waren es nur noch drei Wochen, eigentlich nicht wirklich genug Zeit für mein Vorhaben, aber meine Sturheit hatte über jede Vernunft gesiegt. Mein Entschluss stand fest: die Visitenkarten sollten in selbstgemachten (DIY) Mini Travel Täschchen mit selbstgemachten (Tracking) Cookies (Food) das ganz besondere Etwas bekommen. Also habe ich die dunklen Abende im November genutzt bis die Nähmaschine heiß gelaufen ist. Bei den Cookies stand für mich sofort fest, es müssen unbedingt American Style Cookies nach dem Vorbild von Milk & Cookies in NYC werden, von denen ich bereits letztes Jahr die weltbesten Haferflocken Cookies vorgestellt habe.

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Bei meiner glorreichen Idee habe ich unterschätzt, wie lange es eigentlich dauern würde selbstgemachte Täschchen und Cookies in schicken Tütchen mit Tissue Papier und selbst gestalteten Etiketten zu packen. Wie ich es geschafft habe mit elf gepackten Handmade Travel Pouchs zur Konfernez los zu stiefeln, ist mir bis heute ein Rätsel. Aber selten war ich so aufgeregt und enthusiastisch neue Leute kennen zu lernen. Eigentlich gehöre ich eher zum Lager social anxiety und unter einem Tisch verkriechen, wenn die Menschenmassen auf mich zurollen – vielleicht nicht die beste Eigenschaft für Großveranstaltungen.

Eine Frage, die ich mir während all der Werkelstunden hätte vielleicht stellen soll, aber leider vergessen habe, war, wie entscheide ich wann und wem ich ein Visitenkarten Täschchen in die Hand drücke und wem nicht? Mit elf Stück und unendlichen Kennenlern-Möglichkeiten ist mir sehr schnell bewusst geworden, dass ich mich eventuell etwas verkalkuliert habe. Was, wenn ich in eine große Runde mit vielen netten Gesichtern rutsche und nebenbei ein Täschchen in aller Blogger Lieblingsfarbe mintgrün aus dem Beutel zaubere? Da wird mir doch gleich die Hand inklusive Täschchen abgebissen.

Zugeben, das war ein wirklich unüberlegter Move, der ab und an den unangenehmen ‚Hey ich hab keine Ahnung, wer Du bist, aber ich will auch!‘ Moment hervorgerufen hat. Aber hauptsächlich habe ich viele tolle, neue Leute kennengelernt, den ich gerne ein kleines Lächeln ins Gesicht zaubern wollte. Eines der Täschchen durfte sogar direkt mit auf eine Genussreise durch Nordeuropa. Vielen Dank an Anja von Das Tuten der Schiffe, dass ich hier ein Bild aus Deiner Instastory teilen darf. Ich hätte nicht gedacht, dass eines der Travel Pouchs wirklich gleich zum Reisen mitgenommen wird.

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Auch wenn der endlose Kampf mit der Nähmaschine mich einige Nerven gekostet hat und mein Wohnzimmer wochenlang eher einem Schlachtfeld als Pinterest glich, so bereue ich mein Visitenkarten Experiment kein Stück. Die Täschchen sind vielleicht nicht für jede Veranstaltung machbar, aber mir haben sie bei der Blogst eine gute Gelegenheit gegeben das Eis zu brechen. Gerade bei Bloggern, die ich schon lange lese, aber dank Fangirl-Syndrom nicht ansprechen kann, ist es nett zum Psycho Grinsen wenigstens auf eine andere Art eine nette Geste mit ins Gespräch einzubringen. Die nächsten Konferenzen für das kommende Jahr stehen auch schon: im März geht es zur Rock the Blog in Hannover und Blogger@Work Konferenz in Hamburg. Mal schauen, was ich mir dann einfallen lasse.

Jetzt bist Du dran! Was denkst Du über Visitenkarten – absolutes Must Have für jeden Blogger oder bist Du eher Purist mit Snapcode (oder ist Snapchat dank Instastories schon wieder vorbei?) Und wenn Du Visitenkarten aus der Hosentasche zücken kannst, für welches Design hast Du Dich entschieden? Und kannst Du Dir vorstellen auch einmal etwas verrücktes mit Deinen Visitenkarten für eine Konferenz anzustellen? Und wenn ja, was? Lass es mich auf jeden Fall in den Kommentaren wissen! (Auch, wenn Du Dir ein Tutorial wünscht, wie man diese tollen Täschchen ganz einfach selber machen kann ;)

Wenn Du gerne noch einmal später nachlesen willst, was ich mir für meine Visitenkarten überlegt habe und welche Abenteuer ich dank ihnen miterleben durfte, kein Problem. Nimm den Beitrag einfach mit zu Pinterest:

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