Rezension / Meinung
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10 Fakten über Hamburger Bier

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Ich muss ja sagen, dass ich eigentlich kein großer Biertrinker bin. Für mich ist Bier viel zu bitter, Cider ist da eher mein Ding. Das ist süßer und steigt mir gerne auch mal direkt zu Kopf, da lerne ich immer neue Leute kennen und erzähle ab und an auch mal ungefragt meine Lebensgeschichte. Aber da weiß der gegenüber gleich woran er ist.

Trotz meiner fehlenden Begeisterung für Bier konnte ich nicht nein sagen, als ich zur Eröffnung der Ausstellung von Kein Bier ohne ohne Alster eingeladen wurde. Wann hat man schon einmal die Gelegenheit in kleiner Runde ein paar Sachen über die Wahlheimat und dessen Biergewohnheiten zu lernen. Und ich wollte schon immer mal montags in einem Museum unterwegs sein – die Gelegenheit bekommt man schließlich nicht oft.

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Die Ausstellung hat genau die richtige Größe für einen entspannten Nachmittags-Besuch.  Man kann sich auf jeden Fall nur sehr schwer verlaufen, da man dank leuchtend gelbem Bier-Leitsystem nie vom Weg abkommt. Die Ausstellung startet mit einem kurzen historischen Überblick über Bier und seine Entstehung. Danach folgen interessante Fakten über die Bierbrauerei und die Hamburger Biergeschichte.

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Ohne zu viel zu verraten wollen, möchte ich hier die top 10 Fakten über Hamburger Bier teilen, die ich in der Ausstellung gelernt habe. Wenn Du mehr wissen willst, solltest Du auf jeden Fall selber einen kleinen oder größeren Abstecher in die Ausstellung machen:

  1. Schon im alten Babylon wurde Bier getrunken, damals noch aus riesigen Tonkrügen mit Strohhalmen, die einen eingebauten Filter hatten. Die Babyloner wussten, wie man es richtig krachen lasst.
  2. Bier ist eigentlich nur vergorenes Brot und wurde früher zum Frühstück getrunken. Da startet man immer gut in den Tag.
  3. Früher wurde Bier aus Gagel gebraut und war nicht lange haltbar, bis der Hopfen kam.
  4. Früher war Norddeutschland Bier-Hochburg, da hat Süddeutschland gerade erst mal den Wein entdeckt und träumte noch von Hopfen und Malz.
  5. Zu Hochzeiten gab es in Hamburg 527 Hausbrauereien plus Braurecht für die vier Hauptkirchen in der Stadt. Da stand man nie auf dem Trockenen.
  6. Brauen war damals Hausrecht – wem das Brauhaus gehört, der darf sein eigenes Bier kochen.
  7. Zu seinen besten Zeiten wurden in Hamburg 575.000 Hektoliter Bier pro Jahr gebraut, das entspricht 170.000 Badewannen. Mit der Geschwindigkeit hätte es sechs Jahre gedauert einmal die Binnenalster mit Bier zu füllen.
  8. Die Standardverpackung für Bier war das Fass. Um 575.000 Hektoliter zu verpacken, wurden 145.000 Fässer pro Jahr verbraucht plus zusätzliches Feuerholz.
  9. Alle zwei Jahre haben sich die Braumeister in Hamburg mit wildem Tanz bei der Brauerknechtshöge gefeiert. Da gab es bestimmt Freibier für alle.
  10. Bevor es das Thermometer gab, musste der Ellenbogen zur Temperaturbestimmung beim Kochen herhalten. (Autsch)

Das ist nur ein kleiner Einblick von dem, was die Ausstellung zu bieten hat. Da warten noch der eine oder andere Fun Fact auf Dich, den Du auf gar keinen Fall verpassen solltest. Deshalb, wenn Du in Hamburg unterwegs bist und etwas Zeit hast, dann schau beim Museum für Hamburgischer Geschichte vorbei. Im September gibt es jeden Samstag und Sonntag eine Bier-Verköstigung dazu!

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Jetzt bist Du dran. Bist Du eher ein Biertrinker oder eher Cider-Fan so wie ich? Was ist Dein bester Bier Fun Fact? Und wenn Du die Kein Bier ohne Alster Ausstellung besucht hast, welches Factoid fandest Du am besten? Lass es mich auf jeden Fall in den Kommentaren wissen

1 Kommentare

  1. Deshalb auch der Spruch: Bier ist flüssig Brot. Das damals soviel Bier konsumiert wurde, hatte einen hygienischen Hintergrund. Da man mich das Wasser zum trinken/kochen vornehmlich aus Alster od. Elbe zog. Bier war praktisch baktiell reiner als die Plörre aus den Fleeten. Ich trinke gern Bier, aber nicht gerne Pils, weil bitter. Konnte mir die Ausstellung leider nicht anschauen…Hast aber mit deinem Beitrag einen schönen Einblick in Hamburgs Braugeschichte gegeben Lisa…Weiter so

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