Glücklich-Macher, Selbstgemacht
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Grumpy Körnerkissen zu Weihnachten

Endlich ist es soweit – eigentlich hatte ich diesen Beitrag auf Instagram schon für das Wochenende angekündigt, aber heutzutage in Zeiten des Smartphones und alles nur noch online, ist es gar nicht so einfach ein bisschen Papier zu digitalisieren. Von daher hat leider alles ein bisschen länger gedauert. Aber als kleine Entschuldigung habe ich heute zwei unterschiedliche Ausführungen von meinem Grumpy Alfredo im Gepäck.

Weihnachten steht nämlich schon quasi so halb vor der Tür und seit einigen Jahren versuche ich, mehr selber zu machen – Kekse und Körnerkissen gehen schließlich immer. Außerdem, wenn wir mal alle ehrlich zu uns selber sind, ein selbstgemachtes Geschenk, das mit viel Liebe und Herzblut gemacht wurde, landet beim nächsten Umzug eher in der Behalten-Kiste als der fünfzigste Deko-Fuchs. Von daher heute eine kleine Anleitung für ein Körnerkissen, inspiriert von der Grumpy Cat aus der DaWanda Tombola auf der diesjährigen Blogst.

Bevor es auch schon los geht, noch ein kleiner Disclaimer zu Beginn – grumpy Alfredo ist kein Einsteiger Projekt für Näh-Neulinge. Du solltest schon einige Grundkenntnisse im Nähen mitbringen und Dich mit Deiner Nähmaschine und ihren Einstellungen auskennen. Außerdem ist das Schnittmuster nur für den privaten Gebrauch.

Ihr braucht für einen Grumpy Alfredo:

  • das Schnittmuster – hier findest Du das Muster für ein 350g Körnerkissen und hier für ein 500g Körnerkissen
  • Fleece in den folgenden Farben: grau, braun, weiß, rosa und gelb (braun, rosa, weiß und gelb reichen auch kleine Reste)
  • Baumwollstoff – einfarbig oder bunt, wie Dir grad ist
  • weißen, schwarzen und braunen Garn
  • Weizenkörner (nicht vorgegart) 350g oder 500g je nach Größe – ich habe meine bei meinem türkischen Lebensmittel-Laden des Vertrauens gekauft
  • Lavendel – nach Geschmack, ich finde es angenehmer als den puren Weizenkörner-Geruch
  • etwas Füllwatte
  • Klettband und Flauschband – ein Stück jeweils ca. 1 x 2,5cm groß
  • eine Nähmaschine mit 100er Nadel – Du kannst auch dünnere Nadeln verwenden, aber bei mehreren Schichten Fleece brechen die sehr leicht
  • einen wasserlöslichen Textil-Stift

Und dann kann es auch schon los gehen: Zuerst übertragst Du das Schnittmuster auf den Stoff und schneidest es aus. Im Schnittmuster steht jeweils auf welcher Farbe alles zugeschnitten werden soll – bei den Farben kannst Du natürlich auch ganz nach Deinem Geschmack variieren. Die Augen müssen allerdings einmal von jeder Seite zugeschnitten werden, ansonsten gibt es zwei linke Augen ;) Zusätzlich brauchst Du noch ein kleines, rechteckiges Stück gelbes Fleece.

Nachdem Du alles zugeschnitten hast, kann es auch schon an die Nähmaschine gehen. Als erstes legst Du die Ohren mit den hübschen Seiten aufeinander (auf links – Du weißt schon), und nähst an den runden Seiten entlang. Am Anfang und Ende verriegelst Du den Stich, dass sich später nichts löst.

Dann krempelst Du die Ohren um und legst sie beiseite.

Als nächstes kommt der Schwanz dran. Dafür nähst Du die Spitze, das Mittelteil und das Ende mit einem geraden Stich zusammen.

Dann legst Du das Oberteil auf die Rückseite und pinnst alles fest und nähst die beiden Seiten zusammen. Dabei solltest Du darauf achten, dass die Nähte vom Oberteil in der Mitte auseinander geklappt sind – dadurch gibt es nicht so gnubbelige Stellen.

Den Schwarz krempelst Du ebenfalls um und kannst ihn mit den Ohren auch erst einmal beiseite legen.

Dann nimmst Du das rechteckige gelbe Fleece Stück und rollst es zu einer Wurst. Das wird unser Bananen-Stiel und sollte dementsprechend nicht so lang sein. Die Rolle fixierst Du dann mit einer Nadel.

Den Bananen Stiel (inklusive der Stecknadel) pinnst Du dann mit der restlichen Banane zusammen – dabei müssen die beiden hübschen Seiten wieder aufeinander und der Stiel nach innen.

Die Banane umnähst Du einmal mit der Nähmaschine, wobei ein kleines Stück offen bleiben sollte, etwa 3-5cm. Die Enden sollten verriegelt werden, dass beim Krempeln nichts wieder aufgeht.

Die Banane krempelst Du dann auch um – pass auf, dass Du Dich nicht an der Stecknadel im Stiel pickst. Nach dem krempeln stopfst Du die Banana mit etwas Füllwatte aus (je nachdem wie fest Deine Banane werden soll) und nähst die offene Stelle von Hand zu.

Der Stiel sollte fixiert werden, dass sich die Wurst-Rolle nicht löst. Dazu nähst Du einfach von Hand das Ende des Fleece fest indem Du in kleinen Abständen von oben nach unten durch stichst.

Als nächstes pinnst Du das Klettband und Flauschband auf den Armen fest. Dafür faltest Du am besten einmal den Arm in der Mitte (mit hübscher Seite außen), das Klett-/Flauschband sollte ein Stück unter der Mitte angebracht werden (auf der hübschen Seite) mit etwas Abstand zu den Fingern.

Das Klettband umnähst Du dann drei mal, dass das Band auch richtig fest ist und sich die Nähte später nicht auftrennen vom vielen lieb gehabt werden. Farblich kannst Du dafür auch den schwarzen Garn nehmen, aber ich mag den Kontrast mit weißem Garn.

Wenn das Klett- und Flauschband in Position sind, können die Arme zusammen genäht werden. Dazu klappst Du diese in der Mitte, so dass die schöne Seite innen ist. Dann fängst Du auf der gefalteten Seite an und folgst der Arm Form, dass nachher auch die Finger zu sehen sind. Dabei wieder den Anfang und das Ende der Naht verriegeln.

Die Arme kannst Du dann wieder umkrempeln und mit etwas Füllwatte ausstopfen, bis sie die gewünschte Festigkeit erreicht haben. Das Krempeln geht am einfachsten mit einem Stift und das Stopfen auch ;)

Danach kommen die beiden Rückteile dran. Bei diesen faltest Du einmal die obere Kante, entweder nur einmal, wenn sich die Rückenteile etwas mehr überlappen sollen, oder zwei mal für eine schönere innere Naht. Alles fest pinnen und dann einmal vernähen.

Jetzt kommt der schwierigste Teil – das Gesicht. Dazu empfehle ich einmal die Augen und die Schnauze zurecht zu rücken und alles gut festzupinnen.

Diese Teile werden einfach nur aufgenäht – hierbei sollte bei den Augen der braune und bei der Schnauze der weiße Garn verwendet werden. Zum Umranden solltest Du einen mittelgroßen Zick Zack Stich wählen und die Stichbreite sehr klein stellen. Dadurch bekommst Du einen schönen Aufnäher-Effekt und die Teile verrutschen später nicht. Hier empfehle ich sehr langsames Nähen und bei Bedarf auch den Fuß anzuheben und den Stoff weiter zu rücken, wenn es um die Kurve geht. Du solltest mit der Schnauze starten, da diese etwas einfacher als die Augen ist.

Wenn das Gesicht fertig ist und der braune Gran noch eingespannt ist, kannst Du den Schwanz fest nähen. Dazu stellst Du deinen Zick Zack Stich auf die größte Größe und pinnst den Schwanz am unteren Rückteil fest. Das Schwanz Ende sollte ungefähr in der Mitte des Zick Zack Stichs liegen. Zum Festnähen nähst Du an der offenen Schwanzseite lang, dann einmal zurück und noch einmal hin, dass alles hält.

Jetzt kommen die Augen und die Schnauze noch einmal dran, die Alfredo seinen einzigartigen Charme verleihen. Für die Augen solltest Du die Länge mit Nadeln abstecken, dass sie am Ende die gleiche Größe haben. Der weiße Teil ist ca. 1cm lang und die schwarzen Pupillen ca. 0,8cm. Dann wählst Du wieder den größten Zick Zack Stich aus und stellst die Stichbreite sehr klein (nicht die kleinste Stufe, einen Ticken dadrüber geht meist besser mit Fleece). Dann nähst Du insgesamt drei mal hin und her, so dass der braune Fleece nicht durch die Augen durchscheint.

Für die Schnauze nähst Du eine gerade Linie mit einem etwas kleineren Zick Zack Stich als die Augen in schwarz. Die unteren Mund-Striche kannst Du am besten mit einem wasserlöslichen Textil-Stich vorzeichnen und entweder auch mit einem Zick Zack Stich nähen. Oder Du nimmst einen geraden Stich und nähst fünf bis sechs mal hin und her.

Jetzt bist Du auch schon fast fertig. Nachdem das Gesicht fertig ist, kann Alfredo zusammen genäht werden. Dazu legst Du zuerst die Arme auf die richtige Höhe über die Vorderseite. Dann legst Du zuerst die untere Rückseite darauf (die hübschen Seiten sollten wieder aufeinander liegen und der Schwanz nach oben geklappt sein) und dann die obere Rückseite. Zuerst pinnst Du den unteren Teil fest und solltest dabei darauf achten, dass die Arme nicht verrutschen. Am oberen Teil müssen noch die Ohren mit eingepinnt werden – diese solltest Du etwas einknicken und dann entsprechend fest stecken. Die Ohren können grade nach oben gehen oder etwas schief an den Seiten hängen oder beides gleichzeitig – ganz wie Dir gefällt.

Wenn alles fest gepinnt ist, geht es ans Zusammennähen. Dazu nähst Du einfach mit einem geraden Stich einmal am Rand entlang und verriegelst die Naht. Bei den Füßen solltest Du wieder etwas langsamer nähen, dass diese die richtige Form bekommen. Nachdem Du die überstehenden Arm-Reste abgeschnitten hast, kannst Du Alfredo umkrempeln, und Dein Werk bewundern *jubel*.

Jetzt fehlt nur noch der Füllbeutel mit Weizenkörnern. Dazu legst Du die beiden schönen Seiten des Baumwollstoffs übereinander und steckst alles fest. An einer der kurzen Seite solltest Du eine kleine Öffnung lassen (ca. 4-5cm) und dann alles mit der Nähmaschine vernähen und umdrehen.

Für die Füllung vermischt Du Deine Weizenkörner (je nach Größe 350g oder 500g) mit etwas Lavendel in einer Schüssel. Mit einem Trichter kannst Du die Füllung unkompliziert in den Baumwoll-Beutel füllen. Danach pinnst Du die Öffnung zusammen, so dass die Stoffreste nach innen gucken und nähst die Öffnung mit der Nähmaschine zu. Man kann die Öffnung auch per Hand zunähen, aber da die Körner sehr klein sind, könnten diese dann eventuell raus fallen.

Und das war es auch schön – Dein grumpy Alfredo (der übrigens ein Waschbär ist), ist fertig. Das Körnerkissen inklusive Lavendel ist nur für die Mikrowelle geeignet, wer also gerne an nur Ofen-Besitzer verschenken möchte, sollte zum Füllen lieber Kirschkerne nehmen.

Für flauschige Wärme bei verschneiten Winterabenden kann der Körner-Beutel ganz schnell in zwei bis drei Minuten bei 400 Watt in der Mikrowelle erwärmt wärmen. Grumpy Alfredo kann dann ganz lange abends auf der Couch mit kuscheln.

Jetzt bist Du dran. Wenn Du grumpy Alfredo selber nähst, hinterlasse mir gerne einen Kommentar mit Foto – ich freu mich auf Deine Version!

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