Rezension / Meinung
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Zwölf Zwerg-Gefährten zum Mitnehmen bitte

Der zweite Teil vom Hobbit The Desolation of Smaug (zu Deutsch Smaugs Einöde) läuft mittlerweile schon eine ganze Weile im Kino – aber ich wollte es mir trotzdem nicht nehmen lassen, meine Meinung zum Film festzuhalten.

Gesehen habe ich den Streifen an Silvester (wie viele andere wahrscheinlich auch) in Düsseldorf, und das auch noch im Originalton. Am Anfang hatte ich ehrlich gesagt einige Zweifel, ob ich dem Film trotz meiner guten Englisch-Kenntnisse wirklich folgen könnte. Tolkien war nicht wirklich für seine verständliche Ausdrucksweise bekannt, auch wenn der Hobbit ein Kinderbuch sein sollte. Außerdem ist es schon fast ein Jahrzehnt her (Gott, ich werde alt ;), dass ich das Buch gelesen habe und meine Erinnerungen daran sind sehr dürftig.

Zum Glück war ich in Begleitung und hatte die Möglichkeit bei Verständnis-Fragen mich immer mal wieder zu meinen Sitznachbarn hinüber zu beugen. Die erste Überraschung des Films (für mich) war Martin Freeman. Ich kenne den Herrn eher aus ganz anderen Filmen, wie z.B. Per Anhalter durch die Galaxie, Tatsächlich Liebe (Pornostar – ’nough said ;) oder auch seiner Rolle aus Sherlock. Aber wegen seinem sehr einzigartigen Stil und Aussehen bin ich überaus begeistert von ihm – insbesondere im Originalton.

Der nächste Holperstein im Film waren die Elfen. Kamen die nicht eigentlich erst in Herr der Ringe vor? Und was macht Legolas auf einmal zusammen mit Bilbo im Wald? Kurze Nachfrage bei den Nachbarn – ja, ich hatte mich recht erinnert, die Elfen waren frei in den Hobbit hinein interpretiert. Aber nun gut, wie will man sonst die Damenwelt dazu bewegen ins Kino zu gehen, wenn nicht Orlando Bloom vorkommt?

Aber die Elfen waren nicht das einzige frei erfundene Hirngespinst der Drehbuch-Autoren. Aber okay, wenn man ein Buch, das nur 1/8 Länge von Herr der Ringe besitzt, über drei Filme strecken will, muss man wohl oder übel ein paar Dinge dazu dichten. Ansonsten würde man die ganze Zeit nur Zwerge rumlaufen sehen – und das wird sehr schnell alt.

Auch wenn sehr viel frei erfunden war, muss ich sagen, dass ich The Desolation of Smaug bedeutend angenehmer fand als Herr der Ringe. Beim letzteren hatte ich das Gefühl, dass die Geschichte nur aus Kampfszenen bestand, zwischen die etwas Handlung geschnitten wurde um das Publikum am Einschlafen zu hindern. Beim Hobbit geht es zwar auch sehr action-reich zu, aber auf eine (auch für Damen) unterhaltsame Art und Weise. Außerdem hatte ich das Gefühl dem Film zumindest in kleinen Zügen folgen zu können – wobei ich bei Herr der Ringe (egal welcher Teil) irgendwann abgeschaltet habe.

Alles in allem finde ich den Film eingeschränkt empfehlenswert. Die 3D Grafiken sind wirklich sehr gut gemacht und die Animationen sind streckenweise sehr beeindruckend. Doch leider fehlt es dem Film (für mich zumindest) an Verständlichkeit und gelegentlich auch an Zusammenhang. Zum Ende hin wurde zwischen sehr vielen Handlungssträngen gesprungen, so dass ich teilweise nicht mehr mitkam. Wenn es also etwas anderes im Kino gibt, was man eh sehen wollte, dann lieber doch da rein.

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