Gedankengänge
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Neulich im Sommer

In den letzten Tagen ist es wieder einmal etwas still um mich geworden – nicht, weil mir die Schreiblust nicht unter den Fingern gebrannt hat. Endlich hat einmal der Sommer begonnen und in den letzten Tagen musste ich einfach die Sonne genießen. Mittlerweile hatte ich schon fast das Gefühl, dass ich die Sommermonate auch in einem Schrank eingesperrt verbringen könnte ohne einen Unterschied zu merken.

Da mich aber die Sommerstrahlen an der Nase gekitzelt haben, habe ich die Gelegenheit genutzt einen kleinen Ausflug an den Rhein zu machen. Dabei habe ich eine exzellente Führung durch die Stadt erhalten mit einem atemberaubenden Blick auf den Rhein als krönenden Abschluss. Außerdem durfte ich einer meiner Lieblings-Beschäftigungen nachgehen und auf der Büchermeile direkt auf der Kö inmitten von Düsseldorf mich durch unendliche Berge von Büchern graben. Bei diesem Anblick wäre das Herz einer jeder Leseratte höher geschlagen.

 

Den heutigen bisher heißesten Tag dieses Jahr habe ich genutzt um mit meiner Mitbewohnerin ausgiebig die Sommerzeit im Garten zu genießen. Wir haben uns von der Sonne bauchpinseln lassen, während neben uns der Grill vor sich hin köchelte. Bei einem kleinen Glas Hugo haben wir in unseren Gesprächen nicht nur Gott und die Welt abgedeckt, sondern sind irgendwie auch bei dem Thema Fürsorglichkeit stecken geblieben.

In den letzten Monaten habe ich mich immer mehr zur WG-Mama entwickelt und umhege und pflege alle. Und wenn wieder einmal jemand seine Pflichten vernachlässigt, dann gibt es auch eine kleine Standpredigt. Während es viele wahrscheinlich genießen würden auch manchmal fernab der Heimat umsorgt zu werden, so habe ich immer häufiger das Gefühl mich damit ins Aus zu katapultieren.

In stressigen Zeiten umhege ich immer wieder meine Mitbewohner – oder manchmal auch Freunde, hier werden die Bequemlichkeiten natürlich gerne beansprucht. Doch manchmal habe ich das Gefühl, dass meine Besorgtheit und instinktive Fürsorglichkeit bei anderen schnell ein Gefühl von Beengtheit auslösen kann. Wenn ich aber merke, dass ich anscheinend nicht die erwünschte Entlastung erziele, versuche ich noch hartnäckiger den anderen zu umhegen und pflegen, wodurch aus Beengtheit nur noch Platzangst entsteht … und dann stecke ich auf einmal in einem Teufelskreis fest.

 

Eigentlich war ja alles nur gut gemeint, aber leider ist mein Rezept für das Rund-um-Sorglos-Paket des Gegenübers noch nicht ganz ausgreift. Meine Intentionen sind dabei völlig selbstlos, dabei wird diese aber leider viel zu häufig mit Fanatismus oder Kontrollwahn verwechselt. Anscheinend muss ich mich manchmal dazu zwingen andere nicht zu umsorgen, um damit nicht nur mir sondern auch anderen Ärger und Stress zu ersparen … eine harte Lektion, wenn man doch nur die besten Absichten hatte.

P.S. Wer nach diesem düsteren, inneren Monolog etwas Aufheiterung braucht, kann sich hier gerne etwas zum Lachen abholen.

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