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(Un)Glückszahl (20)13

© by dereksky

Da ich im vergangenen Jahr einen großen Teil meiner Zeit in China verbracht habe, wollte ich mit meiner Neujahrsansprache warten bis auch die Chinesen nach ihrer Zeitrechnung in 2013 angekommen sind.

Es ist etwas seltsam, wenn man innerhalb kürzester Zeit zwei Mal mit Feuerwerk-Regen überschüttet wird und das neue Jahr begrüßt. Das westliche Neujahr genießt aber nicht die unermüdliche Feuerkraft in China wie sein chinesisches Pendant. Der 31.12. unserer Zeitrechnung dient lediglich dazu die chinesischen Massen mit einem inszenierten Feuerwerk zu erheitern und danach die Stadt mit endlosen Sky-Ballons zu erhellen. Wenn jedoch der Mondzyklus das chinesische Neujahr einläutet, wird eine Woche lang jeden Abend und jede Nacht der Himmel beschossen, bis keine Sternschnuppe mehr ruhig schlafen kann.

Mein westliches Neujahr hat mit einem gehörigen Knall begonnen: Schlägerei vor einem Club und ich mitten drin. Dies war der krönende Abschluss für ein Jahr, das nicht nur persönlich, beruflich und gesundheitlich eine reine Katastrophe war. Für mich konnte 2012 nicht schnell genug vorbei sein, denn 2013 konnte meiner Meinung nach nur besser werden. Der erste Monat des westlichen Neujahrs entwickelte sich auch sehr vielversprechend, so dass ich mich in einer glückseligen Unwissenheit über die Zukunft wiegte.

Doch mit dem Näherrücken des chinesischen Neujahrs schwand auch zunehmend mein Zustand der persönlichen Glückseligkeit. Die rosigen Zeiten des neuen Jahres waren nicht so beständig wie erhofft und meine vermeintlich neue Glückszahl überraschte mich von einer ganz neuen Seite. Nicht nur persönlich, sondern auch in allen anderen Bereichen meines Lebens stellen sich mir immer neue Herausforderungen, die sich schier unüberwindlich wie Gefängnismauern um mich herum auftürmen.

Meine letzten Kräfte habe ich für die ewig währende Talfahrt in 2012 aufgezehrt und die nur sehr kurze Verschnaufpause hat es nicht geschafft, mich in einen Duracell Kampfhasen zu verwandeln. Das einzige, worauf ich nun hoffen kann, ist ein Wunder … oder auf jemanden, der mich in sein Herz schließt und mir hilft, endlich wieder vom Boden aufzustehen. Bis dahin werde ich aber wahrscheinlich regungslos und erschöpft die Hürden mich auf dem Schlachtfeld namens Leben überrennen lassen und darauf hoffen, dass die Wunden mit der Zeit irgendwann heilen werden – oder zu lernen, als gezeichneter Krüppel des Lebens mit meinen Handicaps zu leben.

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