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Einmal Kokowääh bitte

Til Schweiger wurde in den letzten Jahren als der große, tolle, neue und atemberaubende Regisseur, Drehbuchautor und Schauspieler in Deutschland gefeiert. Während die Frauenwelt Til endlos nachgeschmachtet hat, hat sich die Männerwelt gewünscht Til in Person zu werden. Deshalb habe ich es mir letzte Woche nicht nehmen lassen in einem Selbst-Experiment im CineLady mir seinen neuen Film Kokowäh anzuschauen, nur um leider feststellen zu müssen, dass Til Schweiger zwar anscheinend den Nerv vieler Frauenherzen trifft, aber sich nicht wirklich wandlungsfähig ist.

Ich hatte ein sehr starkes Déjà-Vu zu Keinohrhasen und Zweiohrküken. Die Story war zwar nicht ganz dieselbe, aber der grobe einheitliche Handlungsstrang war zu erkennen, so dass man nach etwa zehn Minuten bereits schon das Ende erraten konnte (wenn man das dann wollte). Til spielt wieder einmal den bösen Macho-Antiheld, der im Laufe der Geschichte die wahre Bedeutung von Liebe erkennt und sich zuliebe seiner Herzensdame ändert (und diese verzeiht ihm natürlich sofort alles und fällt ihm endlos glücklich um den Hals). Während zwar viele von dem Film angetan waren, hat mir etwas die Abwechslung gefehlt. Ich habe das Gefühl, dass Til Schweiger in seinen Filmen nur in seichten Gewässern unterwegs ist und immer auf Nummer sicher geht. Und dabei genau die Filme zustande bringt, die Frauen ein völlig desorientiertes Bild von der Liebe geben und die Hoffnung erweckt, dass der böse Typ von nebenan sich doch mal ändert und einen zum Kaffee einlädt.

Doch nicht nur die Handlung ist stark recycled, auch die Musik hat einen sehr großen Wiedererkennungs-Effekt und viele der Schauplätze kommen einem doch stark bekannt vor. Das ganze gekoppelt mit einigen etwas (meiner Meinung nach) misslungenen Running Gags hat in mir das Gefühl des Grünen Punkts im Filme-Machen hervorgerufen.

Während zwar anscheinend viele Deutsche auf sichere Unterhaltung mit einem schönen (und völlig schmalzigen und auch vorhersehbaren) Ende stehen, denke ich mir, dass ich auch hätte zuhause bleiben können und Keinohrhasen gucken können. Dann wüsste ich zwar jetzt nicht was ein Kokowäh ist, aber hätte mich nicht in die Kälte bewegen müssen um den gleichen Film im Kino zu gucken.

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